BKA: Fahndungsplakate werden auch nicht helfen

Image: 
Fahndungsplakat des BKA für Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos

 (Karlsruhe)   Das Bundeskriminalamt (BKA) ruft die Bevölkerung zur Mithilfe bei den Ermittlungen gegen die rechtsextreme Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) und die Täter der Neonazi-Mordserie auf.

Mit einer Fahndungsliste sucht die Justiz nach weiteren Mitgliedern, Hintermännern und Unterstützern der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU).

Bei der Aufklärung der Mordserie und der Durchleuchtung der rechten Netzwerke setzten die Ermittler jetzt verstärkt auf die Unterstützung durch die Bevölkerung, sagte Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe. Es sei durchaus denkbar, dass die Gruppe um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt  noch weitere Straftaten begangen habe.

Bisher wird die Gruppe für die Mordserie an neun Einwanderern zwischen 2000 und 2006 sowie die Ermordung einer Polizistin 2007 verantwortlich gemacht. Mundlos und Böhnhardt wurden Anfang November tot in einem Wohnmobil aufgefunden, die Ermittler behaupten, es sei Selbstmord gewesen. Beate Zschäpe und mehrere angebliche Unterstützer sitzen in Untersuchungshaft.


Im Fall der Zwickauer Zelle rechnen die Ermittler mit weiteren Verbindungen zur rechtsextremen NPD. Er sei überzeugt, dass die Ermittler weitere Beziehungen zur NPD entdecken würden, sagt zumindest der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke. Zur Frage eines neuen NPD-Verbotsverfahren könne er sich allerdings nicht äussern. Die Schlussfolgerungen seien Sache der Politik, erklärte er.

Weitere Verbindungen zwischen der Zwickauer Zelle und der NPD könnten einem neuen NPD-Verbotsverfahren Auftrieb geben. Am Dienstag hatten die Ermittler den früheren NPD-Funktionär Ralf Wohlleben festgenommen, der die Neonazis mit Waffen und Munition ausgerüstet haben soll.
 

Döner-Morde im Auftrag des Verfassungsschutz?